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Zum ersten Mal ist der komplette medizinische Staff in Portugal anwesend. Manu Bonvin, Jean Campart, Bastien Veillard und Chris Hartmann kümmern sich rund um die Uhr um die Spieler.


Hallo zusammen! Könntet ihr euch kurz den Fans vorstellen?

Bastien Veillard (BV): Ich heisse Bastien und bin Physiotherapeut. Seit 2010 bin ich beim Servette FC, dementsprechend habe ich in 10 Jahren Höhen und Tiefen miterlebt. Neben dem Fussball arbeite ich selbständig in einer Physiotherapiepraxis (Balex’Sport). Beim SFC kümmere ich mich sowohl um die erste Mannschaft als auch um den Nachwuchs.

Christophe Hartmann (CH): Ich heisse Chris, bin 41 Jahre alt. Ich bin in Genf geboren und beim Verein arbeite ich seit vier Jahren. Ich bin auch in der Akademie tätig und arbeite beim Spital La Tour.

Manu Bonvin (MB): Manu, ich arbeite seit 2009 beim SFC. Ich bin ausserdem Osteopath im Spital La Tour.

Jean Campart (JC): Jean Campart, im Verein seit 2015. Alles läuft ausgezeichnet und wir sind sehr froh, hier zu sein!

Wie würdet ihr eure Arbeit beschreiben?

BV: Es gibt die medizinische Arbeit, die jeder kennt und begreifen kann. Ausserdem haben wir auch eine unterstützende Rolle, um die Dynamik der Spieler zu analysieren. Sind sie müde oder nicht? In Zusammenarbeit mit den Athletiktrainern steuern wir die Trainingsbelastung der Spieler. Es ist sehr wichtig, um Verletzungen zu vermeiden. Je besser wir in der Prävention sind, desto besser sind wir in der Meisterschaft. Wir sind auch ein Bindeglied zwischen dem Spieler und dem technischen Staff. Wir müssen versuchen, die Dynamik des Trainings zu verstehen, um zu wissen, ob ein Spieler daran teilnehmen soll oder nicht. Es ist eine interdisziplinäre Arbeit. Studien haben gezeigt, dass je besser die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Staffmitgliedern ist, desto besser ist die Leistung.  

JC: Ich bin vor allem für die Massagen zuständig und kümmere mich um die muskuläre Entspannung. Ich befolge die Anweisungen der Physiotherapeuten und versuche, die Spieler bestens zu behandeln. Ich habe im medizinischen Staff eine besondere Rolle, weil ich mich auch um das Material kümmere. Im Verein habe ich als Masseur angefangen und sofort half ich auch dem Materialwart.   

Bastien, was meinst du, wenn du von «interdisziplinärer Arbeit» sprichst?

BV: Unsere erste Aufgabe ist selbstverständlich der menschliche Körper, die Analyse der Verletzung. Dafür arbeiten wir zusammen mit den Vereinsärzten, Finn Mahler und Laurent Koglin. Das ist der sichtbare, medizinische Teil, der von allen bekannt ist. Dann müssen wir Kompetenzen auch in der Reathletisierung haben, um mit den Athletiktrainern zusammen zu arbeiten und die Trainingsbelastungen zu verstehen. Ausserdem gibt es auch eine psychologische Komponente. Wir müssen die Launen des Athleten akzeptieren, ihn begleiten, mit ihm reden. Es braucht Flexibilität: eine Mannschaftskabine ist lebendig. Wir müssen fähig sein, die Spieler zu beruhigen, sie zu motivieren, usw. Es gibt wirklich mehrere Schwerpunkte in unserer Tätigkeit.  

Ist die Psychologie ein wichtiger Bestandteil eurer Arbeit?

CH: Es ist ein Bereich, in dem wir sehr aufmerksam sein müssen. Je nachdem, was die Gruppe erlebt und wie die äusseren Faktoren sind, müssen wir kleine Details wahrnehmen können, um diese dem restlichen Staff mitzuteilen. Wenn man die psychischen, die physischen und die äusseren Parameter berücksichtigt, kann man sich bestens um die Spieler kümmern.

Während des Trainingslagers seid ihr ständig dran. Vom Frühstück bis spät in die Nacht hinein steht ihr den Spielern und dem Staff ständig zur Verfügung. Sind die Tage nicht zu lang?

MB: Wir betrachten es nicht als enormes Arbeitspensum. Wir sind zusammen mit der Mannschaft und erleben aussergewöhnliche Momente. Natürlich arbeiten wir viel. Wenn für die Spieler Erholung auf dem Programm steht, dann arbeiten wir. Wenn sie trainieren, sind wir auch anwesend, falls es Verletzungen gibt, aber auch um uns um die Spieler zu kümmern, die reduziert mittrainieren. Es sind lange Arbeitstage, auch wenn unsere Nächsten glauben, dass wir hier im Urlaub sind (lacht). Dieses Jahr sind alle Mitglieder des medizinischen Staffs dabei, das ist für die Spielerbetreuung wirklich gut.  

JC: Ich beschwere mich nie über meine Arbeit. Die Tage sind lang, aber im Vergleich zu einem Auswärtsspiel in der Meisterschaft, wo ich erst um 2-3 Uhr in der Nacht fertig werde, ist dies hier bewältigbar! Im Grossen und Ganzen läuft alles gut. Das Wetter ist schön, die Stimmung ist top, unter solchen Bedingungen arbeiten zu können, ist Luxus pur!

Wie läuft das Trainingslager?

BV: Zum Glück ist die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Staffmitgliedern sehr gut. Wir haben technologische Geräte, wie das GPS, die uns dabei helfen, herauszufühlen, ob ein Spieler müde ist. Dank diesen Werkzeugen, aber auch mit dem menschlichen Kontakt und den Diskussionen können wir einen Schwerpunkt auf die Prävention und die Belastungssteuerung setzen. Wir sind mit einem fast kompletten Kader abgeflogen und hoffen, dass wir mit derselben Bilanz zurückkommen. Wir haben das Glück, wenige physische Probleme und fast keine muskulären Verletzungen zu haben. In dieser Vorbereitungsphase, wo der Schwerpunkt bei der Athletik liegt, ist das sehr erfreulich.    

Vier Spiele in fünf Tagen. Wie handhabt ihr dies?

MB: Der athletische und technische Staff haben über die Planung und Wochenorganisation entschieden. Sie haben dann entsprechend viele Spieler mitgenommen, um rotieren zu lassen. Kein Spieler hat in den ersten zwei Spielen mehr als 45 Minuten pro Spiel bestritten. Der technische Staff wird über die Strategie für die zwei kommenden Spiele entscheiden. Wie es Bastien sagte, wird heutzutage alles mit der Technologie überwacht. Mit dem GPS, dem mündlichen Austausch mit den Spielern und den medizinischen Untersuchungen sind wir zusammen mit den Athletiktrainern in der Lage, die Spieler bestens zu betreuen. Deswegen bereitet es uns keine grosse Schwierigkeit, die Einsatzzeit zu managen. Es wurde im Voraus so entschieden, das Kader ist breitgefächert und wir kümmern uns täglich um die Athleten, deswegen gibt es keinen Grund, dass es nicht gut läuft.     

Heute steht für die Spieler Regeneration auf dem Programm, deswegen gehen sie nicht auf den Platz. Was ändert dies für euch?

CH: Für uns ändert es nicht viel. Was die zwei bestrittenen Spiele angeht, müssen wir auf ein paar Spieler besonders aufpassen. Wir werden heute Morgen alle Spieler behandeln. Die Älteren haben Vorrang, dann sind die Jüngeren dran. Wir werden uns um die kleinen Dinge kümmern, die wir in den letzten Tagen beobachtet haben. Jeder bekommt die nötige Behandlungszeit.   

Geht es ausschliesslich um Manipulation oder kommt es vor, dass ihr auch klassische, wenn nicht sogar «entspannende» Massagen durchführt?

BV: Unsere Hände sind unser Werkzeug, deswegen machen wir, was nötig ist. Mit den Händen können wir die muskuläre Qualität, die Gelenkmobilität, usw., bewerten. Oft finden die Physiotherapeuten das Wort «Massage» abschätzend, aber es ist wirklich nicht so, denn auch wenn eine einfache Massage uns nicht viel bringt, wird eine Massage, wo man eine Spannung oder etwas anderes sucht, für uns interessant und nützlich.