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Bei jedem Heimspiel steht ein Spieler des SFC zu einem besonderen Fussballthema Red und Antwort. Für das Matchprogramm des FCB-Spiels kam Anthony Sauthier auf seine Erfahrungen mit unterschiedlichen Tribünen zurück.


Welche ist deine erste Erinnerung an Tribünen?

Meine erste Erinnerung geht auf die Zeit zurück, als es noch das Stade des Charmilles gab. Als kleiner Junge ging ich mit meinem Vater ins Stadion. Als ich älter wurde ging ich in die Fankurve. Mit meinem Bruder spielten wir hinter den Toren und wir liefen überall hin. Seitdem hat uns das Servette-Virus gepackt und der Verein wurde zu unserer Leidenschaft.

Merkst du, was auf den Tribünen abgeht, wenn du auf dem Platz stehst?

Ja. Schon wenn ich auf den Platz komme, schaue ich zur Tribüne hinüber, um zu sehen, wie viele Leute da sind. Im Normalfall weiss ich Bescheid, wenn die Fans etwas vorbereitet haben. Wenn es eine Choreo gibt, dann schaue ich hin und geniesse sie. Es ist ein Glück, mit einem schönen Spektakel auf das Feld zu laufen. Während des Spiels bin ich konzentriert, aber ab und zu schiele ich zur Tribüne, um zu sehen, was auf den Rängen abgeht. Wenn sich zwei gegnerische Fankurven mittels Spruchbänder Freundlichkeiten austauschen, dann lese ich gerne, was darauf steht (lacht).      

Die beste Stimmung in den Tribünen anlässlich eines Spiels des Servette FC?

Die erste wirkliche grosse Stimmung in La Praille gab es beim Barrage-Spiel gegen Bellinzona. Ich erinnere mich auch an das letzte Spiel im Stade des Charmilles zwischen Servette und YB. Ich war jung und ich sah traurige Leute. Letzte Saison gegen Lausanne war es auch wunderbar. Du kommst zum Aufwärmen auf den Platz und siehst, dass es viele Leute auf den Rängen gibt, du hörst, wie die Gesänge erklingen, das ist wirklich stark.   

Und bei den gegnerischen Fans?

In der Schweiz hat mich die zahlreiche Berner Unterstützung beim Spiel gegen YB im Stade de Genève beeindruckt. Es gab wirklich viele Zuschauer, auch in der Haupttribüne. In La Praille schaue ich gerne in die Gästetribüne. Bern war stark, Zürich auch. Wenn ich an das Ausland denke, dann habe ich vor dem Leproux-Plan ein PSG – Saint-Etienne erlebt, welches aussergewöhnlich war. Die Magic Fans (Fans von Saint-Etienne) hatten für eine grossartige Stimmung gesorgt.   

Welche sind deiner Meinung nach die schönsten Tribünen in der Welt?

Boca Juniors oder San Lorenzo in Argentinien. Näher zu uns beeindrucken mich die deutschen Tribünen sehr: Frankfurt, Dynamo Dresden. In Berlin gab es 35'000 Dynamo-Fans für den deutschen Pokal, das ist echt unglaublich. Respekt.

Seit dem Aufstieg in die Super League sind die Gästetribünen von Servette bei Auswärtsspielen immer gut besucht. Bist du stolz darauf?

Ja, Servette wird in der ganzen Schweiz unterstützt. Wir haben zahlreiche Fans in der deutschsprachigen Schweiz, die immer anwesend sind. Der Servette-Sektor in Bern beim ersten Spiel der Saison war fabelhaft. Es war sehr rührend, all diese Zuschauer in der Super League wieder zu treffen. Es gibt einen Spruch: «Die Spieler kommen und gehen, die Trainer und die Sportfunktionäre auch. Aber die Fans bleiben vom jungen Alter bis zu ihrem Tod.» Für sie ist es ein grosser Stolz, dass der Verein wieder in der Super League spielt.

Bei den Spielen des GSHC trifft man dich oft im Nord-Parterre und nicht in der Haupttribüne. Schaust du das Spiel lieber unter den Fans?

Ich liebe das, das ist meine Welt. Man ist mitten in der Stimmung. Als ich am Anfang der Saison verletzt war, kam ich auch in die Nordtribüne des Stade de Genève, um die Spiele zu schauen.  

Wenn du deine Karriere beenden wirst, wirst du zurück zur Fankurve gehen?

Ich frage mich immer: wenn ich nicht Fussballer geworden wäre, wäre ich ein treuer und leidenschaftlicher Fan gewesen? Wäre ich bei jedem Heim- und Auswärtsspiel dabei gewesen? Die einzige Gewissheit ist, dass ich immer Fan des SFC sein werde, egal wo ich sein und was ich tun werde.  

Was möchtest du unseren Fans in der Tribüne sagen?

Sie haben uns auch in den schwierigsten Zeiten nie fallengelassen. In der 1. Liga waren sie sogar in Breitenrain oder Cham da. Ob wir verlieren oder gewinnen, unterstützen sie uns immer vom Anfang bis zum Ende des Spiels. Danke dafür!