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Für den Matchprogramm der Begegnung gegen Sankt-Gallen unterhielten wir uns mit Varol Tasar. Der introvertierte Deutsche, der fussballerisch in der Schweiz gross wurde, stellt sich in diesem Interview vor.


Unsere Fans kennen dich noch gar nicht so gut. Wie würdest du dich vorstellen?

Ich bin schnell und technisch beschlagen. Ausserdem versuche ich gerne mein Glück, denn ich habe einen guten Schuss. Neben dem Platz bin ich eher ruhig, aber lustig. Auf dem Platz kann es schnell anders werden. 

Du kommst aus Deutschland. Wie bist du in die Schweiz gekommen?

Mit 10-12 Jahren wurde ich bei einem Hallenturnier vom FC Basel entdeckt. Leider konnte ich mich dort nicht durchsetzen, aber ich konnte glücklicherweise beim Nachbarverein unterkommen. Old Boys Basel hat mich gut aufgenommen und sogar finanziell unterstützt, weil sich meine Eltern den Jahresbeitrag nicht leisten konnten. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.

Kannst du uns deinen Fussballweg erzählen?

Ich habe in Waldshut (Deutschland) angefangen, dann habe ich 3-4 Jahre bei Laufenburg gespielt. Danach ging ich zu Old Boys Basel, wo ich ca. 6 Jahre geblieben bin und wo ich alle Stufen bis zur 1. Mannschaft durchgemacht habe. Ich bin dann in die Türkei gewechselt. Diese Erfahrung hat mich viel gelehrt, aber ich musste den Spass am Fussball wiederfinden, deswegen bin ich zurück in die Schweiz, zu Klingnau. Nach Klingnau habe ich in der U21 des FC Aarau gespielt und ich konnte ziemlich schnell mit der 1. Mannschaft mitmachen. Da habe ich mich allmählich durchgesetzt und bin Stammspieler geworden. Mit den Toren hat es auch immer besser funktioniert.

Wie hast du ich in Genf eingelebt? Wie lief die Integration in die Mannschaft?

Alle haben mich super aufgenommen, nur die Sprache bereitet mir noch ein bisschen Schwierigkeiten. Zum Glück gibt es einige Spieler, die Schweizerdeutsch oder Hochdeutsch reden können, das hilft mir sehr. In der Stadt habe ich mich problemlos eingelebt.

Mit wem verstehst du dich am besten?

Mit Gonçalves verbringe ich die meiste Zeit. Wir treffen uns oft zum Essen, zum Gamen, zum Kaffee trinken oder einfach, um Spiele gemeinsam zu schauen.

Was hältst du von der Stadt Genf?

Mit meiner Freundin sind wir oft in der Stadt, das ist wirklich eine schöne Stadt, wo man einiges unternehmen kann. Am See ist es grossartig, sowas sieht man nicht überall. Einen See gibt es auch in anderen Schweizer Städten, aber hier hat es ein anderes Flair.

Seit dieser Saison spielst du erstmals in der Super League. Du entdeckst neue Stadien und ein neues Niveau. Bist du beeindruckt?

Beim ersten Spiel gegen YB spielten wir vor 20'000 Zuschauern. Das war wirklich beeindruckend, aber ich fühlte mich glücklich, dass ich es auch mal erleben darf. Das war eine positive Nervosität, dafür trainiere ich jeden Tag.

Du hast dein erstes Tor in der Super League geschossen. Kannst du deine Emotionen beschreiben?

Von einem Offensivspieler erwartet man immer, dass er Tore schiesst. Ich habe dafür etwas Zeit gebraucht, weil alles neu war: die Liga, die Mannschaft. Ich musste mich erst integrieren, aber ich bin glücklich, dass ich zum ersten Mal treffen konnte. Ein Stein ist mir vom Herzen gefallen. Nun hoffe ich, dass ich weitere Tore schiessen werde.

Was machst du ausserhalb des Platzes? Hast du besondere Hobbies?

Ich konzentriere mich vor allem auf den Fussball. Sonst entspanne ich gerne beim Gamen. Mit meiner Freundin gehe ich ab und an Tennis spielen, das bereitet mir Spass. Aber am Aufschlag muss ich noch arbeiten [lacht].

Möchtest du unseren Fans noch etwas sagen?

Ihre Unterstützung ist grossartig. Aber sie sollen etwas Geduld mit mir haben. Ich arbeite jeden Tag hart, nun habe ich das erste Tor geschossen, ich hoffe, dass es so weiter geht.