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Über die ACGF (Genfer Kantonalverband) landete Loick Falcy vor drei Jahren beim Servette FCCF. Er war also von Anfang an dabei und kümmert sich seither um die Ausbildung der Nachwuchsspielerinnen.


Welche ist deine Rolle beim Servette FCCF?

Ich koordiniere den Spitzenfussball und bin Trainer der U17.

Wann kamst du zu Servette?

Bei der Gründung vor drei Jahren. Ich trainierte das Frauen-U16-Team der ACGF seit drei Jahren, daher boten mir die SFCCF-Verantwortlichen an, zum neuen Staff zu stossen und zusammen mit Eric Sévérac zu arbeiten.

Wie viele Nachwuchsmannschaften gibt es beim Servette FCCF?

Zwei Mannschaften im Spitzenfussball: U15 und U17. Vier Mannschaften im Breitenfussball: FF19, FF15-1, FF15-2 und FF12.

Wo trainieren diese Mannschaften?

Alle Juniorinnenmannschaften trainieren im Sportzentrum Sous-Moulin und im Stadion Trois-Chêne.

Welche Bilanz ziehst du aus der Hinrunde der Spitzenmannschaften?

Über die Resultate hinaus muss man vor allem von Ausbildungszielen reden. Es ist eine langfristige Arbeit, die mehrere Lernstufen beinhaltet. Deswegen gibt es je nach Alterskategorie unterschiedliche Ziele. Wir sind mit den Mädchen der U15 und der U17 sehr zufrieden. Sie hören gut zu und sind fleissig. Sie übernehmen Verantwortung, sie probieren Sachen aus, manchmal funktioniert es, manchmal weniger. Das sind alles Zutaten für einen langfristigen, erfolgreichen Lernprozess.

Von da her kann die Bilanz nur positiv ausfallen. Bei uns steht die Ausbildung an erster Stelle und dann kommt der Wettkampf mit den Resultaten. Und nicht umgekehrt.     

Welchen Stellenwert hat die Ausbildung im SFCCF-Projekt?

Das Projekt sieht vor, dass man die Ausbildung der Mädchen betreut und entwickelt. Langfristig soll es uns erlauben, die Grundlagen unseres Fundaments zu festigen. Für den Verein ist es wichtig, die regionalen Talente zu fördern und ihnen die besten Bedingungen zur Weiterentwicklung und zur Verbesserung anzubieten. Unser Ziel ist es, dass es möglichst Viele bis zur ersten Mannschaft schaffen, wie es Tatiana Dumauthioz in der laufenden Saison getan hat.  

Ein hochwertiger und diplomierter Staff betreut die Juniorinnen, die drei- bis viermal pro Woche trainieren. Zum Staff gehören ausser mir Fanny Margelisch und Raphaël Fabrèque. Der Co- und Athletiktrainer der ersten Mannschaft, Jérémy Faug-Porret, kommt einmal pro Woche zu den Spitzenmannschaften und teilt seine Kompetenzen und seine Erfahrung mit den Mädchen mit. Ausserdem trainiert Gaëlle Thalmann die Torhüterinnen der U15 und der U17. Die Beziehung zur ersten Mannschaft ist dementsprechend konstant.

Nun ist es wichtig, weiterhin in die Ausbildung zu investieren, um eine starke Servette-Identität in der Region zu kreieren. Eine Sportklasse, wie dies seit Jahren bei den Jungen der Fall ist, wäre ein grosser Trumpf und würde die Weiterentwicklung und die Life-Balance der Mädchen unterstützen.

Wie ist die Beziehung zu den anderen Juniorinnenmannschaften des Kantons?

Es ist schwierig, dies detailliert zu erklären, aber eine Zusammenarbeit gibt es dank der ACGF, die sich um die Genfer U11- und U13-Auswahlen kümmert. Da die U15 bei uns ist, gibt es zwangsläufig einen Austausch mit dem Kantonalverband und es läuft sehr gut. Wir sind mit dieser Zusammenarbeit sehr zufrieden. In der U15 und U17 haben die meisten Spielerinnen eine doppelte Spielberechtigung, d.h. dass sie weiterhin in ihrem Stammverein sind, wo sie auch den Mitgliederbeitrag zahlen, allerdings für den Servette FCCF auflaufen. Wir kümmern uns um die Koordination, auch weil wir Spielerinnen haben, die ihre Spielberechtigung nur bei uns haben.

Wir hoffen immer, dass uns die anderen Vereine des Kantons ihre besten Spielerinnen schicken, aber es ist sicherlich nicht einfach. Im Grossen und Ganzen läuft es allerdings gut und wir sind sehr zufrieden.

Welcher zusätzliche Vorteil bringt die Entität Servette FC für die Positionierung im Spitzenfussball und für die Beziehungen zur ACGF mit?

Servette führt die Arbeit weiter, welche die ACGF drei Jahre lang durchgeführt hat. Mit dem Kantonalverband hatten wir eine U16-Mannschaft auf die Beine gestellt, mit der Vision, diese Juniorinnenspitzenmannschaft eines Tages in einen Verein zu integrieren. In diesem Kontext kam Servette und übernahm die Spitzenmannschaften in Zusammenarbeit mit der ACGF. Ohne Servette wäre es komplizierter, aber die Arbeit lief vorher schon. Dank dem Ausbildungslabel des Vereins sind die Spitzenmannschaften U15 und U17 beim Servette FCCF. Bei der U17 haben wir eine Spielerin, die in der Nationalmannschaft ist und die, wie es der SFV will, einmal pro Woche bei den Servette-Junioren mittrainiert. Für die besten Spielerinnen gibt es also diese Verbindung zwischen Jungen und Mädchen.   

Gibt es deiner Meinung nach einen Unterschied, wenn man Fussballer oder Fussballerinnen ausbildet?

Meiner Meinung nach gibt es, was die fussballerischen Aspekte angeht, keinen Unterschied. Ich würde sogar sagen, dass die Mädchen besser als die Jungen zuhören, sie setzen die Anweisungen leichter um. Manchmal haben die Juniorinnen allerdings Mühe, darüber hinauszugehen. Psychologisch gesehen ist es selbstverständlich unterschiedlich, aber im Grossen und Ganzen läuft es wie bei einer Fussballergruppe, denn man hat mit Einzelpersonen zu tun, jede Einzelne besitzt einen anderen Charakter, deswegen muss man sich einfach dem Gegenüber anpassen, egal ob männlich oder weiblich.

Welche Spielerinnen der ersten Mannschaft hast du mal trainiert und was geht in dir vor, wenn du sie auf dieser Stufe spielen siehst?

Laura Felber, Laura Tufo, Mirela Jakupi, Tatiana Dumauthioz, Fanny Keizer sowie Kattalin Stahl, die in die USA gegangen ist, und Anna Colville, die nun bei Coventry in der 2. englischen Liga spielt, waren alle mal entweder im ACGF-U16-Team oder in den Spitzenmannschaften des SFCCF. Es ist ein grosser Stolz, an der Entwicklung des Genfer Frauenfussballs teilzunehmen, aber auch zu sehen, was die unterschiedlichen Entitäten geleistet haben: die Frauenvereine des Kantons, die Vereine, welche Mädchen in der männlichen Nachwuchsabteilung haben, die ACGF und der SFCCF.

Als Ausbildner bin ich selbstverständlich zufrieden, dass diese jungen Frauen ihre Träume und Ambitionen verfolgen, aber was mich am meisten freut, ist zu sehen, dass sie grossartige Menschen geworden sind.