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Kenza Chircop wechselte im Sommer vom Olympique Lyonnais zu Servette. Sie bringt den Ehrgeiz der Nachwuchsspielerinnen des sechsfachen Champions-League-Siegers mit.


Wann hast du mit dem Fussball angefangen? Warum hast du angefangen?

Mit 5 habe ich angefangen. Ich habe immer meinen Bruder begleitet, der bereits im Verein Fussball spielte. Ich habe seine Spiele geschaut. Es war für mich natürlich, weil ich den Fussball schon immer geliebt habe.  

Gibt es einen Spieler oder eine Spielerin, die dich inspiriert?

Lionel Messi. Er ist einmalig. Für mich ist er der beste Spieler der Welt.

Mit 14 Jahren bist du nach Lyon gewechselt. War es eine schwierige Entscheidung, deine Liebsten für den Fussball zu verlassen?

Nein, die Entscheidung war schnell getroffen. Ins Ausbildungszentrum vom Olympique Lyonnais gehen zu können, war eine Chance. Aber am Anfang war es schon nicht einfach, weit weg von meiner Familie zu leben.  

Wie sieht das Leben einer Fussballerin in einem der besten Ausbildungszentren Europas aus?

Es ist sehr intensiv, sie geben dir kollektive und individuelle Ziele und haben dementsprechend hohe Ansprüche. Es ist auch restriktiv. Für sie kam die Schule vor. Wenn man in der Schule eine Strafe bekam, wurde man für das Training suspendiert. Mein Alltag sah immer gleich aus: am Vormittag Schule und am Nachmittag kamen dann Shuttlebusse, um uns ins Training zu fahren. Nach dem Training wurden wir am Abend wieder ins Internat gefahren.    

Welche ist deine beste Erinnerung an deine Jahren in Lyon?

Die zwei Endspiele gegen PSG mit der U19. Leider verloren wir beide. Das erste Mal sogar im Elfmeterschiessen, obwohl wir nach 20 Minuten 2-0 geführt hatten. Trotz der Niederlagen sind das meine besten Erinnerungen.

Was hat dich dazu bewegt, zu Servette zu kommen?

Unter anderem gibt es das Ziel, die Champions League zu bestreiten. Ich bin 18 Jahre alt und wenn wir nächstes Jahr in Europa spielen, dann wird das eine gute Erfahrung sein, um meine Karriere zu lancieren. In der Champions League aufzulaufen, ist für alle ein Traum und viele Spielerinnen schaffen es in ihrer Karriere nie.

Wie beurteilst du das Niveau des Schweizer Frauenfussballs?

Im Vergleich zum spanischen Fussball, der sehr technisch orientiert ist, und zum französischen Fussball, der mehr auf Taktik setzt, ist der Schweizer Fussball sehr athletisch. Darüber hinaus ist das Niveau gut. Etwas tiefer als in Frankreich, aber trotzdem noch gut.  

Wie lief deine Integration in die Mannschaft?

Sehr gut. Ich mag wirklich die Mentalität dieser Mannschaft und die Stimmung ist ausgezeichnet. Wir verstehen uns sehr gut und lachen viel, es gibt keine Grüppchen.

Was hältst du vom Saisonanfang des Servette FCCF?

Wir sind leistungsstark, wir setzen die Anweisungen und den Plan des Trainers gut um und wir haben unser Ziel der Champions League im Kopf. Zurzeit führen wir die Tabelle an und wir hoffen, dass es so weiter geht. Es gibt keinen Grund, nachzulassen.

Bisher wurdest du in alle Positionen der rechten Seite eingesetzt. Wo fühlst du dich am Wohlsten?

Als rechte Aussenverteidigerin, da spielte ich beim Olympique Lyonnais, oder als rechte Aussenmittelfeldspielerin, da wurde ich nämlich ausgebildet. Dass ich im Sturm gespielt habe, war eine Entscheidung des Trainers, für mich ist es ungewöhnlich. Ich stehe ihm aber zur Verfügung, allerdings bevorzuge ich es, wenn ich im rechten Mittelfeld auflaufe. Ich mag es, viele Ballkontakte zu haben und den Ball zu führen. Vor allem in der Nähe des gegnerischen Strafraums.   

Am Samstagabend spielt der Servette FCCF auswärts beim Schweizer Meister. Wie blickst du auf die Begegnung gegen den FC Zürich?

Es wird ein Kracher. Wir werden 90 Minuten kämpfen müssen, um unserem Ziel näher zu kommen und unseren Tabellenplatz zu verteidigen. Wir haben alles, um gegen Zürich zu gewinnen. Ich hoffe, dass wir mit unserer Qualität den Sieg holen.  

Drei Adjektive, die dich beschreiben?

Ehrgeizig, fröhlich und beharrlich.